Das Malnäpfchen

scheint eine Kleinigkeit zu sein, doch auch seine Auswahl kann schwerfallen. Klären wir zunächst, was ein Malnäpfchen für Ölfarben überhaupt ist. Ein Malnäpfchen (auch Ölnäpfchen genannt) ist ein kleines Gefäß, in das Künstler Malmittel und Verdünner für ihre Farben füllen. Mehr über Verdünner lesen Sie im vorherigen Artikel „Verdünner für Ölfarben. Welchen wählen?“. Wie alle Künstlerbedarfsartikel gibt es auch Malnäpfchen in verschiedenen Ausführungen und aus unterschiedlichen Materialien.


Einfaches oder doppeltes Malnäpfchen?

Einfaches Malnäpfchen

So heißt ein Näpfchen mit nur einem Behälter, in den man nur eine Art Verdünner füllen kann. Es eignet sich gut für die Freilichtmalerei und wenn Sie in der Ölmalerei nur ein einziges Lösungsmittel verwenden.


Doppeltes Malnäpfchen

Der Name verrät es schon: Dieses Malnäpfchen hat zwei miteinander verbundene Behälter. Sie werden oft für verschiedene Malmittel genutzt. So kann man zum Beispiel in den einen Leinöl zum Mischen und Verdünnen der Farben füllen und in den anderen reines Lösungsmittel, um die Pinsel schnell von Farbe zu reinigen.


Aus welchem Material werden Malnäpfchen hergestellt?

Die Auswahl an Materialien ist nicht besonders groß: Metall oder Kunststoff.

Ein Malnäpfchen aus Kunststoff

zeichnet sich vor allem durch seinen Preis (der Künstlern immer ins Auge fällt) und sein geringes Gewicht aus. Ich würde solche Näpfchen als Amateurmodelle bezeichnen; wie alle Malnäpfchen gibt es sie einfach und doppelt. Hat das Näpfchen einen Deckel, lässt er sich mit der Zeit nur noch schwer öffnen und schließen. Die feinsten Farbpartikel sammeln sich an der Fuge zwischen Deckel und Näpfchen, härten aus und erschweren das Zuschrauben. Genau dann wird das Näpfchen anfällig, denn beim Öffnen kann der Kunststoff reißen. Und wenn man es mit zum Malen ins Freie nimmt, kann es im Malkasten leicht zerdrückt werden.


Ein Malnäpfchen aus Metall

Das kann man getrost als professionell bezeichnen! Es kostet natürlich mehr als eines aus Kunststoff, hält aber viel länger. Das liegt an der Festigkeit des Metalls und daran, dass jedes Metallnäpfchen (sofern es einen Deckel hat) eine Gummidichtung haben sollte. Dank dieser Dichtung schließt Ihr Malnäpfchen dicht, läuft nicht aus und lässt keinen Lösungsmittelgeruch entweichen.

Trotzdem sollten Sie bei der Wahl eines Metallnäpfchens aufmerksam sein und vor dem Kauf alle Nähte genau prüfen. Gerade an den Nähten können sich feine Risse befinden, durch die Lösungsmittel austreten kann.


Malnäpfchen mit oder ohne Deckel?

Ein Malnäpfchen für Ölmalmittel kann – egal aus welchem Material – mit oder ohne Deckel sein. Der Unterschied liegt nur darin, was Sie nach der Malsitzung tun. Das Malmittel, das im Näpfchen mit Deckel übrig bleibt, verschließen Sie einfach, und es wartet bis zur nächsten Sitzung auf Sie. In einem Näpfchen ohne Deckel dagegen verdunstet das Lösungsmittel (wenn es reines Lösungsmittel ist), Firnis kann eindicken und hart werden, und Öl sammelt einfach eine Staubschicht… Es bleibt also nur eins: Das Lösungsmittel aus einem offenen Näpfchen in ein verschließbares Gefäß umfüllen.


Viele professionelle Künstler machen sich über die Wahl eines Malnäpfchens überhaupt keine Gedanken und verwenden oft eine Konservendose, ein kleines Glas oder irgendein Gefäß, in das man Lösungsmittel füllen kann.
Das Wichtigste ist, was Sie auf der Leinwand darstellen können – aber ein gutes Malnäpfchen kann ein hilfreicher Begleiter sein und die Arbeit an Ihrem Meisterwerk erleichtern!

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