Schon vor der „weltweiten“ Quarantäne haben sich Künstler mit Toilettenpapier eingedeckt – sozusagen, bevor es Mainstream wurde. Die Panik wegen des COVID-19-Virus hat gezeigt, dass die Menschen massenhaft Lebensmittel und Toilettenpapier kauften, um das Virus bequem und in Ruhe zu Hause auszusitzen. Haben sich Künstler etwa schon lange auf Corona vorbereitet?

Keineswegs!

Schon in sehr fernen Urzeiten haben sich die Künstler, die Höhlenmalereien hinterließen, sicher mit Farbe beschmutzt und standen vor der Frage, wie sie Hände oder Gesicht sauber bekommen. Vielleicht nahmen sie dafür Gras oder Flusswasser – ich weiß es nicht.

Aber was haben die Urmenschen damit zu tun? Sie zeigen ein Problem, das wir Künstler bei jeder Malsitzung lösen müssen: saubere Hände, Pinsel und vielleicht auch Kleidung.

Lange Zeit benutzten Künstler Lappen (Stoffreste, alte Tücher), um Hände und Pinsel von Farbe zu befreien. Zu Sowjetzeiten wurden solche Lappen aufbewahrt und gewaschen, um sie wiederzuverwenden. Später warf man die Stoffstücke gleich weg, sobald sie sich mit Farbe und Lösungsmittel vollgesogen hatten (sofern es um Ölmalerei geht).

Und heutige Künstler benutzen größtenteils eben Toilettenpapier (oder Servietten, Küchenrolle).

Warum ist Toilettenpapier für Künstler besser als Stoff?

Jeder Künstler wählt, was ihm am besten gefällt: Manche nehmen Papierservietten, andere Küchenrolle und wieder andere das günstigste Toilettenpapier.

Wenn Sie also das nächste Mal im Laden sehen, wie jemand Unmengen Papier einkauft, heißt das nicht, dass er in Panik ist und eine lange Selbstisolation plant. Vielleicht ist er Künstler und hat vor, ordentlich zu malen 🙂

PS: Auch Feuchttücher helfen Künstlern – Hände und Palette lassen sich mit einem Feuchttuch bequemer abwischen, es entfernt Farbreste (Acryl, Aquarell).

Bei der Ölmalerei eignen sich Feuchttücher gut zum Händeabwischen: Erstaunlicherweise entfernen ganz normale Feuchttücher Ölfarbe am leichtesten von der Haut – besser als Waschen mit Seife.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert